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Suter, Hugo (1943–2013)

 
 

 

* 12.8.1943 Aarau; † 16.8.2013 Birrwil; Heimatort: Gränichen.

Maler und Zeichner. Aquarell, Zeichnung, Druckgrafik, Fotografie, Glasmalerei, Objekte und Installationen.

     

 

Foto Hugo Suter, 1979   Foto Hugo Suter, 1999  

Hugo Suter wuchs in Gränichen auf und besuchte da die Schulen. Bei Ringier in Zofingen machte er von 1959–1963 eine Ausbildung zum Tiefdruckretoucheur, da er keine Stelle für eine Grafikerlehre gefunden hatte. Zusammen mit Christian Rothacher und Markus Müller machte er 1964/65 den Vorkurs an der Kunstgewerbeschule in Zürich bei Walter Binder und ging anschließend in die Zeichenlehrerklasse. Nach deren Beendigung 1966 blieb er noch ein halbes Jahr als Hospitant. Im Atelier des Bildhauers Bernhard Luginbühl in Mötschwil machte er danach bis 1967 ein halbjähriges Praktikum. Im gleichen Jahr bestand er die kantonale Zeichenlehrerprüfung. Von 1968–1974 war er Mitglied der Ateliergemeinschaft Ziegelrain in Aarau, dem auch noch Matter, Müller, Rothacher, Kielhoz, Herzog und Nielsen angehörten. 1970 zog er ins Seetal und wohnte da in Seengen bis 1988. 1972 erhielt er ein Eidgenössisches Kunststipendium und 1973 den Preis für Objektkunst der Kunststiftung der schweizerischen Wirtschaft anlässlich der "1. Biennale der Schweizer Kunst" im Kunsthaus Zürich. Von 1968–1982 bekleidete er ein Teilpensum als Zeichenlehrer an der Bezirksschule Buchs. Im Sommer 1978 unternahm er eine siebenwöchige Reise durch die VSA, Mexiko und Guatemala. 1982 folgte die Einzelausstellung im Aargauer Kunsthaus Aarau und er bekam den Preis der Stiftung für die Graphische Kunst in der Schweiz. Von 1982–86 hatte er einen Lehrauftrag für figürliches Zeichnen an der ETH Zürich. 1988 bestritt er die Ausstellung im Kunsthaus Zürich und 1992 im Swiss Institute, Neuyork (mit Rolf Winnewisser). 1990 gewann er den Atatürk-Preis anlässlich der "3. Asien-Europa Biennale" in Ankara. Von 1982-88 hatte er sein Atelier in Beinwil am See und von 1988-93 wohnte und arbeitete er in Seon. Seit 1993 arbeitete und wohnte er mit seiner Frau Marianne in einer früheren Textilfabrik in Birrwil. Im Februar 1997 zeigte das Aargauer Kunsthaus Aarau eine umfassende Retrospektive. 2001 erfolgte die Auszeichnung mit dem Aargauer Kulturpreis der AZ-Medien und 2003 die Auszeichnung mit dem Baupreis der Stadt Aarau. Im Jahre 2010 gewann Hugo Suter den Aargauischen Heimatschutzpreis: "Mit dieser Auszeichnung will der Aargauer Heimatschutz auf die Bedeutung hinweisen, mit welcher Hugo Suter sich fortgesetzt mit seiner Umgebung, einem Teil der Landschaft und der Orte des Kantons Aargau mit gestalterischen Mitteln auseinandersetzt."

 

 
 

G hat Zeit-Hitzetag, 13.Aug.03

 

Hugo Suter war ein Tüftler und Erfinder, der verschiedenste Mittel und Techniken anwandte, wobei Glas ein bevorzugtes Material war. Er spielte mit dem Abbild, suchte das Inbild, schritt den Weg vom Vordergrund zum Hintergrund, zum Untergrund, von der Vordersicht zur Hintersicht und stets ist in seinen Werken die Veränderung gegenwärtig und immer wieder der See.

Sein Hauptwerk, der "Paravent", besteht aus 65 holzumrahmten, unterschiedlich bearbeiteten Glasscheiben, die durch Scharniere miteinander verbunden sind und als Ganzes wie eine Spanische Wand aufgestellt werden können.

 

 
 

Paravent, Kunsthaus Aarau, 1978-1995/2002

 
Ausstellung:

1972, 10.6.–2.7., Hugo Suter, H.R. Giger, Trudelhaus Baden;

1974, 26.4.–20.7., Hugo Suter, Gillian Siegenthaler-White, Kasinogarten Aarau;

1982, 5.3.–17.4., Städtische Galerie Strauhof Zürich;

1982, 28.8.–3.12., Aargauer Kunsthaus Aarau;

1983, 13.9.–2.10., «CH-Graphik live»: Hugo Suter eine wachsende Rauminstallation, ETH Zürich;

1985, 9.6.–6.7., Hugo Suter, Christian Rothacher, Josef Herzog, Galerie Silvia Steiner Biel;

1988, 4.6.–7.8., Kunsthaus Zürich

1991, 26.9.–6.11., Galerie Anton Meier Genf;

1993, 10.3.–30.4., Kunsthalle Winterthur;

1994, 15.9.–29.10., Galerie Anton Meier Genf;

1997, 2.2.–6.4., Aargauer Kunsthaus Aarau;

2000, 3.12.–28.1.2001, Die ehemaligen Retoucheure von Zofingen,  Galerie Leupi's Art Place, Zofingen;

2001, 8.9.–7.10., Kunsthalle Burgdorf;

2004, 24.4.–23.5., Haus der Kunst St. Joseph, Solothurn;

2006, 19.8.–5.11., Ziegelrain, Kunsthaus Aarau;

2010, 30.1.–18.4., Fotografien, Aargauer Kunsthaus Aarau;

2013, 18.8.–26.10., Kunstraum Medici Solothurn;

2014, 31.8.–9.11., Kunst(zeug)haus Rapperswil-Jona.

 

 
 

Werk statt Fenster, Glas + Holz, 1993/205

 
Museen mit Werken:

Aargauer Kunsthaus Aarau;

Kunstmuseum Luzern;

Kunstmuseum Olten;

Kunstmuseum Solothurn;

Graphische Sammlung ETH.

 

 
 

Das Eine im Andern, 1991

 

Einige Werke im öffentlichen Raum:

Glasfassade, Alte Kantonsschule Aarau, 1984-86;

Glunggenglanz, Glasfassade Oberstufenschulhaus Birr-Lupfig, 1989;

Wirtschaftsgebäude, Raumgestaltung, Psychiatriezentrum Münsingen, 1990

Glasbilderfolge, Oberstufenschulhaus Au-Langmatt, Brugg, 1995;

Gestaltung der Korridore und Lichtschächte, Regionales Altersheim Widen, 1995;
Bodenintarsien und Schrift auf Granitwand, Saalbau Aarau, 1996;

Schalterhalle und Konferenzraum, Neue Aargauer Bank Brugg, 2001;

Glasfassade im Zwischenbau, Krematorium Aarau, 2001;

Balkonbrüstung, Glas sandgestrahlt, Überbauung Bahnhof Süd Aarau, 2002.

 

 
 

Lampenglas, 1987

 
Quelle und Schrift:

Künstlerportrait, Hugo Suter – Maler und Plasiker, Aargauer Kurier 28.10.1970;

Willy Rotzler u.a., The Swiss Avant Garde, Ausstellungskatalog, Neuyork 1971;

Aargauer Almanach auf das Jahr 1975, Bd.2, S. 333, Aarau 1974;

Eine schweizerische Kulturlandschaft stellt sich vor: Zehn junge Künstler aus dem Kanton Aargau, Museum Simeonstift Trier 1977;

Aargauer Kunsthaus Aarau, Hugo Suter, Ausstellungskatalog, 1982;
Anneliese Halder-Zwez, Die äusseren und inneren Erscheinungsfelder,  Hugo Suter, kleine Retrospektive im Kunsthaus Aarau, Aargauer Tagblatt 2.9.1982;
Anneliese Halder-Zwez, Erscheinungen und Bedeutungen, Retrospektive Hugo Suter im Kunsthaus Aarau, Zofinger Tagblatt 2.9.1982;
Reflexionen über das Sehen, Ausstellung Hugo Suter im Kunsthaus Aarau, NZZ 10.9.1982;
Der gläserne Bilderzaun, Hugo Suter in der Graphischen Sammlung der ETH, NZZ 19.9.1983;

Diese Kunst fördert der Kanton Aargau, Dokumentation des Kuratoriums für die Förderung des kulturellen Lebens des Kantons Aargau über die Werkjahrempfänger im Bereich Bildende Kunst von 1971 bis 1982, Aarau 1983;

Aargauer Kunsthaus Aarau, Sammlungskatalog Bd. 2, Aarau 1983;

Stephan Kunz, Vom Jura bis heute, GSMBA Aargau, Aarau 1985;

Romantische Naturempfindung, Hugo Suter im Erdgeschoss des Kunsthauses Zürich, NZZ 10.6.1988;

Hugo Suter, Katalog zur Ausstellung im Kunsthaus Zürich, Zürich 1988;

Beat Wismer, in Nebel aufgelöste Wasser des Stroms, Hommage à Caspar Wolf, Aarau 1991;

Anliker/Kunz, Allmende, Kunst in öffentlichen Raum im Aargau seit 1970, Aarau 1994;

Anneliese Zwez, Im Sichtbaren verschwinden, um im Unsichtbaren zu erscheinen, Hugo Suter blickt im Kunsthaus Aarau durch sein Schaffen, Aargauer Tagblatt 4.2.1997;

Beat Wismer, Hugo Suter – das Eine im Andren; Aarau 1997;

Markus Schüpf, Kunst in Aarau, Eine Stadt und ihre Sammlung, Aarau 1998;

Dieter Bachmann, Hugo Suter: zwischen Seengen und Seon den See sehen, In: du, Heft Nr. 695, Mai 1999, S.8;

ZofingArt: Die ehemaligen Retoucheure von Zofingen, Zofingen 2000;

Kunz/Obrist, Hugo Suter – Paravent, Aarau 2003;

Stephan Kunz, Ziegelrain '67–'75, Aargauer Kunsthaus, Aarau 2006;

Stadt Aarau, Kunst im öffentlichen Raum, Aarau 2009;

Stephan Kunz, Hugo Suter, Lachen auf dem See : Fotografien 1969-2009, Baden 2010;

Martin Steinmann, Hugo Suter – Skulpturen aus der Spitzbogenkarrette, Zürich 2012;

Sabine Altorfer, Hugo Suter war der Poet des Flüchtigen, Aargauer Zeitung 17.8.2013;

Peter Killer, Kosmos im Trinkglas, Zum Tod des Wahrnehmungsforschers und Künstlers Hugo Suter, NZZ 20.8.2013;

Hans Ulrich Obrist, Ein Nachruf auf Hugo Suter, Das Magazin 35/2013.

 
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15. Gilbhart 2013

Stand: 11.03.20