eingang
künstlerwerdegänge
niederlenz
aargau
schweiz
 
 

Freitag, Johann (Hans) Isaak (1682–1734)

 
 

 

 

* 18.4.1682 Rheinfelden, † 19.2.1734 Rheinfelden; Heimatort: Rheinfelden.

Bildhauer und Altarbildhauer. Skulptur, Holzskulptur, Relief und Malerei.

 

 

 

Johann Isaak Freitag kam als zweiter Sohn des Schmiedes Johann Jakob und seiner dritten Frau Maria Freitag-Hasler zur Welt. Von 1696 – 1700 war er in der Lehre bei Victor Scharpf. Nun machte er sich auf die Wanderschaft; wo er überall war und in welchen Werkstätten er gearbeitet hatte ist unbekannt, vermutlich war er aber auch bei seinem Bruder Johann Jakob, der als Maler in Wien lebte, gewesen. 1707 kehrte er nach Rheinfelden zurück und heiratete die Tochter seines Lehrmeisters, Maria Catharina Scharpf. Mit ihr hatte er drei Töchter und sechs Söhne, von denen Franz Joseph und Johannes auch Bildhauer geworden sind. Er erbte das Scharpf’sche Haus und wurde in die Zunft "zum Gilgenberg" aufgenommen. Als deren Delegierter begann er eine ansehnliche politische Laufbahn. Ab 1714 war er im grossen Rat, ab 1723 im täglichen Rat, übernahm das Statthalteramt und waltete 1732 als Schultheiss der Stadt Rheinfelden.

 

 
 

Hl. Sebastian, Friedhofskapelle Frick, 1709

 
Die erste datierte Arbeit ist der Altar der St. Wendelinskapelle in Gipf-Oberfrick (1709). Er arbeitete nur mit Holz und nicht mit Stuck, wie es in der Zeit üblich war. Für seine Arbeiten verwendete Freitag ausschliesslich Lindenholz, das er in einheimischer Schnitzertradition mit grosser Kunstfertigkeit bearbeitete. Er schuf mit diesem Material sowohl Altarplastik als auch Reliefschnitzerei. Eine seiner letzten Arbeiten waren die Statuen am Sebastiansaltar in der Stiftskirche Rheinfelden (1734-36).
 

 
 

Rosenkranzmadonna, Hochaltar Pfarrkirche Herznach, 1728-32

 
Ausstellung:

1972, 3.9.–15.10., Barockplastik des Aargaus, Aargauer Kunsthaus Aarau.

Quelle und Schrift:

Peter Felder: Barockplastik des Aargau, Aarau 1972;

Der Bildhauer Hans Freitag von Rheinfelden, in: Rheinfelder Neujahrsblätter 1973;

Regula Zweifel: Die Plastiken von Johann Isaak Freitag im Säckinger Münster, in: Zeitschrift für schweizerische Archäologie und Kunstgeschichte, 1975;

Peter Felder: Barockplastik der Schweiz, Basel 1988.

 

 
 

Hl. Dominikus, Pfarrkirche Herznach, 1732

 
 

9. Julmond 2013

Stand: 11.03.20