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Wyler, Otto (1887–1965)

 
 

 

* 30.3.1887 Mumpf, † 18.3.1965 Aarau; Heimatort Oberendingen.

Maler, Zeichner und Grafiker. Wandbild. Landschaften, Stillleben, Figuren und Bildnisse.
     
 

Selbstbildnis Otto Wyler

 

Foto Otto Wyler

 
Otto Wyler kam als 2. Sohn jüdischer Eltern in Mumpf zur Welt. Anfang neunziger Jahre zog die Familie nach Aarau. Die Eltern führten einen Laden mit Kleidern, Stoffen und Kurzwaren. Während der Bezirksschule mit 13 Jahren stürzte Otto Wyler in die Aare und verletzte sich schwer; es dauerte ein Jahr, bis er sich davon erholt hatte. 1903–05 besuchte er in seiner Heimatstadt die Fachschule für dekoratives Malen und Zeichnen am Kantonalen Gewerbemuseum; sein Lehrer war Eugen Steimer. Als Achtzehnjähriger setzte er auf Anraten seines Lehrers Eugen Steimer seine Studien in Paris an der École nationale des Beaux-Arts bei Fernand Cormon und Charles Cottet fort. Im Winter 1906–07 war er in München an der privaten Malschule Heinrich Knirrs. 1907/08 kehrte er nach Paris zurück und arbeitete im Atelier von Jacques-Emile Blanche, wie später noch einige Male. 1907 wurde er Mitglied der GSMBA Aargau. 1910 stellte er im neuen Kunsthaus Zürich zusammen mit Burgmeier und Bolens aus.
 

 
 

Vorfrühling auf der Staffelegg

 

 Der Kauf der Gitarrenspielerin durch das Wallraf-Richartz-Museum in Köln bedeutete einen ersten Erfolg. 1913 erhielt Wyler an der Münchner Secessionsausstellung eine Goldmedaille. 1917 heiratete er Betty Jaeger und zieht mit ihr nach Ftan ins Unterengadin, da sie dort ein Stelle als Lehrerin am Töchterinstitut antrat. 1923 kamen sie zurück nach Aarau. 1924 kam das vierte Kind zur Welt. In den folgenden Jahren bekam er mehrere Aufträge für Wandmalereien. In den Wintermonaten war er häufig auf Reisen nach Paris und Südfrankreich, nach Marokko (1934, 1935), Spanien, Griechenland und einmal Israel; es entstanden Aquarelle, Zeichnungen und Druckgrafiken.

 

 

 
 

Kirche im Jura

 

Losone

 
Ausstellungen:
1910, Nov., Otto Wyler, Max Burgmeier, Ernest Bolens, Kunsthaus Zürich;
1934, 18.11.–2.12., Gewerbemuseum Aarau;

1942, 21.4.–13.5., Otto Wyler, Felix Hoffmann, Kunsthaus Chur;

1942, 10.5.–31.5., Eduard Spörri, Eugen Maurer, Max Burgmeier, Otto Wyler, Kunsthalle Basel;
1948, 4.4.18.4., Otto Wyler, Arnold Hünerwadel, Gewerbemuseum Aarau;
1958, 23.11.14.12., Otto Wyler, Eduard Spörri, Atelierausstellung, Schönenwerderstr. 54 Aarau;
1962, 1.12.–6.1.1963, Aargauer Kunsthaus Aarau;

1963, 31.8.–28.9., Galerie 6 Aarau;

1971, 4.9.2.10, Galerie 6 Aarau;

1977, 12.8.–4.9., Zeichnungen von Otto Wyler, Foyer Aargauer Kunsthaus Aarau;

1980, 22.1.–8.3., Galerie Zisterne Aarau;
1987, 1.1.13.2., Rathaus Aarau;

1987, 14.3.–3.4., Galerie 6 Aarau;

1987, 1.1.–13.2., Rathaus der Stadt Aarau;

1987, 10.4.–3.5., Gedenkausstellung, Gemeindehaus Wohlen;
2013, 11.1.–3.4., Retrospektive, Mishkan Le'Omanut Museum, Kibbutz Ein Harod.
 

 
 

Erntezeit

 
Werke:
Knaben und Mädchen, 1923, Bezirksschulgebäude Aarau;
Jüngling, Engel, Frau, 1924, Krematorium Aarau;
Getreideernte im Aargau, 1927, Ersparniskasse Aarau;
Markt, 1929, Fassadenmalerei Altstadt Aarau;
Wahrheit, Gerechtigkeit, 1931, Bezirksgericht Aarau.
 

 
 

Schloss Lenzburg

 
Schriften:
Die Schweiz, Schweizerische illustrierte Zeitschrift, 29. Band, 1915;
Hans Käslin: Kunstleben im Aargau, in: Die Schweiz,  Schweizerische illustrierte Zeitschrift, 25. Band, 1921, S. 455–461;
Max Irmiger: Aargauer Künstler, in: Schweizer Kunst, Art suisse, Nr. 5, Dez. 1932;
Kunst und Krise, Ein Blick in die Ateliers der Aargauer Künstler, Sondernummer des Aargauer Tagblatt, Montag, 27.11.1933;
Erwin Poeschel: Otto Wyler, in: Die Alpen·Les Alpes·Le Alpi, Monatschrift des Schweizer Alpenclub, Xll-1936;
Ausstellung Burgmeier, Maurer, Wyler in der Basler Kunsthalle, Basler Nachrichten 16./17.5.1942;
Ausstellung Otto Wyler, Das Werk, Werk-Chronik, Juni 1948, S. 48;
Walter Hugelshofer: Atelier-Ausstellung Otto Wyler, Aarau, in: Aargauer Tagblatt 29.11.1958;
Paul Erismann, Erwin Hinden: Aargau; Mensch und Landschaft. in: Schrifttum und Malerei, Aarau 1959;
 

 
 

Berglandschaft bei Brig, Aquarell

 
Otto Wyler, Aargauer Kunsthaus 1. Dez. 1962 - 6. Jan 1963, 1962;
Ausstellung Otto Wyler, Das Werk, Werk-Chronik, Nr.2, 1963; S. 36;
Guido Fischer: Otto Wyler, in: Aarauer Neujahrsblätter 1966;
Aargauer Almanach auf das Jahr 1975, Bd.1, S. 71 ff., Aarau 1974;
Aargauer Kunsthaus Aarau, Sammlungskatalog Bd. 2, Aarau 1983;
Stephan Kunz: Vom Jura bis heute, GSMBA Aargau, Aarau 1985;
Cornelia Wyler-Zimmerli: Otto Wyler 1887-1965, Aarau 1987;
Markus Schürpf: Kunst in Aarau, eine Stadt und ihre Sammlung, Aarau 1998;
Stadt Aarau, Kunst im öffentlichen Raum, Aarau 2009;

Hermann Rauber: «Maienzug» von 1912 in Israel ausgestellt, in: Nordwestschweiz 21.1.2013;

Otto Wyler 1887–1965, Katalog, Museum of Art, Ein Harod 2013;

www.otto-wyler.ch.

     

 

Else Berna, Schauspielerin und Sängerin   Akt mit Blumenstrauß, Tusche  
 

 

 

Aus den Aarauern Stadtratsverhandlungen vom 1. Februar 2010

2. Beitrag an Otto Wyler-Ausstellung in Israel

Das Museum "Ein Harod" in Tel Aviv plant in Zusammenarbeit mit der Familie eine Ausstellung zu Otto Wyler. Diese soll voraussichtlich im Sommer 2011 stattfinden und vierzig bis fünfzig Bilder von Otto Wyler zeigen. Voraussichtlich werden auch sechs Bilder aus dem städtischen Kunstbesitz anlässlich der Ausstellung in Tel Aviv gezeigt. Es soll zur Ausstellung auch eine Dokumentation zu Otto Wyler veröffentlicht werden.

Eine internationale Ausstellung mit Katalog zu Otto Wyler ist für die Stadt Aarau von Bedeutung. Hier verbrachte Otto Wyler die meiste Zeit seines Lebens, viele Werke entstanden in Aarau. Heute befinden sich in Aarau die meisten seiner Werke. Der Stadtrat hat daher beschlossen, die Ausstellung im "Ein Harod Museum" in Tel Aviv mit einem Beitrag von Fr. 10'000.-- aus der Stadtammann Hässig-Stiftung zu unterstützen.

 

 
 

Jahresausstellung Aargauer Künstler 1940

 
 

29. Gilbhart 2012

Stand: 01.04.11