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Koref-Stemmler-Musculus, Gertrud (1889–1972)

 
 

 

* 4.11.1889 Aschaffenburg, † 29.4.1972 Aarau, Heimatort: Aarau.

Malerin. Malerei, Landschaft, figürliche Komposition, Bildnis und Stillleben.

 

 
 

Ganz links ist Gertrud Stemmler, daneben W. Baumeister, J. Herburger, Piet Mondrian, M. Seuphor, M. Baumeister

 

Gertrud Koref-Musculus erwarb sich ihre künstlerische Ausbildung vornehmlich in Stuttgart.

Sie stammt aus einer alten deutschen Familie, deren bekanntester Vertreter der Reformator Wolfgang Musculus ist. Sie kam als Gertrud Musculus in Aschaffenburg zur Welt. Die Familie zog 1893 nach Stuttgart und so verbrachte sie ihre Jugendjahre in der schwäbischen Stadt. Schon früh zeigte sich ihre Begabung, so dass sie bereits während der Schulzeit bei Prof. R. Schmidt Unterricht im Malen bekam. 1911 begann sie ihr Studium an der Akademie in Stuttgart, und von 1915 an war sie in der Malklasse und im Meisteratelier von Adolf Hölzl, wo unter andern auch Hans Brühlmann und Otto Meyer-Amden studierten. 1917 erfolgte die Heirat mit dem Maler Hermann Stemmler, der 1918 im Krieg fiel. In Stuttgart war auch ihr erster Wirkungskreis. 1920 wurde Gertrud Stemmler-Musculus Mitglied der Üecht-Gruppe, an deren Ausstellung "2. Herbstschau Neuer Kunst" sie teilnahm; von 1924 bis 32 beteiligte sie sich regelmäßig an den Ausstellungen der Stuttgarter Sezession. Im Juli 1926 reiste sie mit ihrer Freundin Margarete Oehm und Willi Baumeister nach Paris. Sie besuchten Piet Mondrian in seinem Atelier und trafen sich auch mit Michael Seuphor und dem Künstlerehepaar Robert und Sonia Delaunay-Terk.
     
  Berglandschaft 1922   Landschaft im Tirol, 20er-Jahre  
1930 fand die Heirat mit dem bekannten Physikochemiker Fritz Koref statt. Das Paar übersiedelte nach Berlin, welches zum neuen Wirkungsort Korefs wurde. Sie beschickte bis 1935 regelmäßig verschiedene Ausstellungen (Novembergruppe Berlin, Verein Berliner Künstlerinnen, Gedok, bisweilen auch Berliner Akademie der Künste, Berliner Sezession, Deutscher Künstlerbund). Auch unternahm sie viele Reisen nach Frankreich, Italien, Ungarn und der Niederlande. 1935 wurde ihr wegen der jüdischen Abstammung ihres Mannes durch die nationalsozialistische Reichskunstkammer die Berufsausübung verboten. Das Paar übersiedelte 1939 nach Paris, wobei Gertrud Koref ihr ganzes bisheriges Werk zurücklassen musste, welches dann 1942 bei einem Bombenangriff vollständig zerstört worden ist. In Frankreich wurden sie 15 Monate in einem Lager interniert. 1942 konnten sie in die Schweiz einreisen; sie ließen sich in Aarau nieder, das zu ihrer neuen Heimat wurde. Hier erwarb sie 1955 das Schweizer Bürgerrecht.1947 nahm Gertrud Koref an der Ausstellung der Stuttgarter Sezession teil und 1961 an der Ausstellung "Hölzel und sein Kreis" im Württembergischen Kunstverein Stuttgart.
1968 verstarb ihr Gemahl.
 

 
 

Frauenkopf

 
Ausstellung:
1949, 23.4.–1.5., Sammlung Hugo Borst, Kunsthaus Sonnenhalde Stuttgart;

1961, 16.12.–21.1.1962, Gertrud Koref-Musculus, Eva Baumann, Galerie am Stadelhofen Zürich;

1964, 18.1.–16.2., Gertrud Koref-Musculus, Katharina Anderegg, Galerie am Stadelhofen Zürich;

1967, 1.4.–16.4., Galerie zur alten Kanzlei Zofingen;

1970, 20.11.–30.11., Galerie Silberdistel Unterentfelden;

2016, 27.11.–19.3.2017, Moderne am Main, Design, Architektur, Kunst, Rauch Museum, Freudenberg/Main.

   
  Kirche von Chenelette, 1942  
     
  Bäume   Landschaft  
Quelle und Schrift:
Elbogen Paul, Jeder machts anders, in: Das Leben, Bd. 8, Nov. 1930/31, S. 54f.;
Hans Hildebrandt, Adolf Hölzel und sein Kreis, Das Werk, Bd. 23, Heft 5, 1936, S. 159;
Gertrud Koref-Musculus, Eine Malerin der Lebensbejahung in der Galerie «Zur alten Kanzlei» Zofingen, Zofinger Tagblatt, 3.4.1967;
Die Malerin Gertrud Koref-Musculus, in: Aargauer Tagblatt, 16.11.1970;
Helmut Herbst, Gertrud Koref-Stemmler-Musculus ( 1889 -1972), in: Adolf Hölzels Schülerinnen 1991, S. 85 - 89;
Brigitte Pedde, Willi Baumeister 1889-1955, Bonn 2013.
   
  Rosen  
 

31. Jänner 2012

Stand: 01.04.11