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Haller, Anna (1872–1924)

 
 

 

* 23.4.1872 Rupperswil, † 31.1.1924 St. Moritz; Heimatort: Reinach AG.

Kunstmalerin. Aquarell, Öl, Postkarten. Blumenbilder.

 

 

Anna Haller kam als 2. von vier Kindern des Rudolf Haller und der Anna geb. Gloor zur Welt; zwei Geschwister sind früh verstorben. Als das Mädchen 4 Jahre alt war, starb der Vater. 1878 heiratete die Mutter in Rupperswil Adolf Weber aus Menziken. Mit ihm zusammen hatte sie noch vier Kinder. 1883 ließ sich die Familie in Biel nieder. Anna Haller machte von 1889 bis 1898 eine Lehre in einem Atelier für Uhrenschalendekoration, wo sie das Damaszieren (Oberflächenbehandlung von Metall, tauschieren, ätzen) und die Gold- und Silberdekoration auf Stahl lernte. Parallel dazu besuchte sie die kunstgewerbliche Abteilung des Technikums Biel. Sie war unter Ferdinand Hüttenlocher Diplom-Absolventin in der Fachklasse der allgemeinen Zeichen- und Modellierschule des Technikums Biel. Nach einer Ausbildung in Ledertechnik bei Georg Hulbe 1898 in Hamburg wurde sie die erste Dozentin in Biel. Sie unterrichtete von 1899 bis 1907 jeweils am Samstag vier Stunden.

Als Mitarbeiterin des Ateliers von Albert Renggli in Biel, wo sie seit 1899 arbeitete, realisierte sie 1901 mit ihrem Halbbruder Otto Weber zusammen die Lederschnittarbeiten an den Ständeratssitzen im Nationalratssaal des Parlamentsgebäudes in Bern. Sie arbeitete dann in verschiedenen einschlägigen Ateliers und verlegte sich später auf die Blumenmalerei. Sie beschickte Ausstellungen in Genf, Lausanne, Bern, Biel usw. Ihre ersten Blumenkarten erschienen im Verlag Meissner und Buch in Leipzig. Dann erhielt sie einen größeren Auftrag von den Gebrüdern Oppacher in München, was ihr 1905 erlaubte mit ihrer Halbschwester Emilie 'Mili' Weber dorthin zu gehen und in den großen Galerien ihre Studien zu treiben. 1914 kam sie zurück nach Biel und malte Karten und Vorlagen im Auftrag von Vouga & Cie, Edition Artistique Genf. Wegen ihrer körperlichen Behinderung zog sie dann 1916 zu ihrem Halbbruder Emil Weber nach Saas im Prätigau und später mit Mili nach St. Moritz. Hier widmete sie sich dem Malen von Alpenblumen.
Im Museum "Mili-Weber-Haus" in St. Moritz hat es auch Bilder von Anna Haller.
 

 
 

Stillleben mit Flieder und Trollblumen in einem Korb

 
Ausstellung:
1987, 2.6., «Anna Haller 1872-1924 — Möglichkeiten undGrenzen einer künstlerisch begabten Frau um 1900, Museum Neuhaus Biel.
Quelle und Schrift:

Biographisches Lexikon des Aargaus 1803-1957, Aarau 1958;

Lili Sommer, Anna Haller, 1872-1924, Möglichkeiten und Grenzen einer künstlerisch begabten Frau um 1900, Sommeraustellung 87, Museum Neuhaus, Biel 1987;

Berner Künstlerinnen gestern + heute. 1909-1987. / Artistes bernoises hier et aujourd'hui, Bern GSMBK/SSFPSD 1987;

www.memreg.ch;

www.heimatschutz-bernmittelland.ch.
 

 
 

Stillleben Kornblumen und Margeriten mit Ähren

 
 
 

12. Jänner 2013

Stand: 01.04.11