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Gränicher, Samuel (1758–1813)

 
 

 

* Dez.1758 Zofingen¹, † 14.12.1813 Dresden; Heimatort: Zofingen.

Kunstmaler und Kupferstecher. Tiermalerei, Bildnisse und Landschaften.

 

 

 

Samuel Gränicher kam als zweiter Sohn des Weißgerbers Samuel Gränicher und der Magdalena geb. Sprüngli zur Welt. Er wuchs mit einem älteren Bruder und einer jüngeren Schwester auf. Sein Vater starb als der Knabe zwölf Jahre alt war, die Schwester wurde nicht älter als 20. In Dresden besuchte er ab 1790 die Kunstakademie als Schüler von Johann Casanova und ließ sich von ihm in der Landschaft-, Bildnis- und Tiermalerei sowie in den graphischen Künsten der Radierung und Tuschätzung ausbilden. Er nahm im Anschluss ständigen Wohnsitz in Dresden und bestritt seinen Lebensunterhalt als Kunstmaler und Kopist alter Meister. Hier vermählte er sich auch mit Christina Rosina Oertler. Sie hatten mehrere Kinder, doch nur ein Sohn erreichte das Erwachsenenalter. Nach dem Tod der Eltern kehrte dieser nach Zofingen zurück. Samuel Gränicher ist knapp einen Monat nach seiner Frau gestorben.

 

 
An den Kunstausstellungen in Dresden von 1794 und 1801 stellte er neben eigenen Werken auch Kopien in Öl nach Werken von Rubens, Carracci, Reni und Palma Veccio aus. Für Kopien benutzte er auch die Technik des Kupferstichs. Um 1800 schuf er in Verbindung von Radierung und Tuschätzung, die er eigenhändig kolorierte, ein Volkstrachtenalbum; diese sächsische Kostümfolge stellt ein bedeutendes dokumentarisches und kunsthistorisches Meisterwerk dar und befindet sich in der sächsischen Landesbibliothek Dresden. Die Kantonsbibliothek Aarau besitzt einige Trachtenbilder Gränichers und im Zofinger Künstlerbuch, Band 1, ist die Bleistiftzeichnung «Kaninchen» enthalten.
     

 

Kaninchen, Bleistiftzeichnung   Jagdhund mit Flinte, Radierung  
Quelle und Schrift:
Matrikel, Bestand 11126 Kunstakademie Dresden, Nr. 112a, Bl. 2;
Zofinger Taufbuch X, 27.2.17521760, S.113;
Kirchenbücher der Kreuzkirchgemeinde Dresden, Ifd. 8113, Ifd. 10819;
Zofinger Künstlerbuch, Bd.1, Nr.48b, Zofingen 1827;
Katalog des Zofinger Künstlerbuches, Zofingen 1876;

Carl Schauenberg-Ott, Die Stammregister der bürgerlichen Geschlechter der Stadt Zofingen seit deren Aufnahme in's Bürgerrecht, Zofingen 1896;

Biographisches Lexikon des Aargaus 1803-1957, Aarau 1958;

Die sächsische Kostümfolge, Meisterwerk des Zofinger Künstlers Samuel Gränicher, Zofinger Neujahrsblatt 2002.

 

 
¹ Taufe 17.12.1758.
 

10. Jänner 2013

Stand: 01.04.11